Prides Locations Reisen Partys Filme News
Gay-Party.de
Event-Specials

HustlaBall: Wie aus einer New Yorker Escort-Party Berlins fetischigste Nacht wurde

4 Min Lesezeit

Der HustlaBall begann 1998 als Branchenparty für New Yorker Escorts – und wurde in Berlin zu einer der aufwendigsten Fetisch-Nächte Europas. Geschichte, Konzept und was dich dort erwartet.

Kaum ein Partyname steht so sehr für Berlins Ruf als Hauptstadt der sexuellen Freizügigkeit wie der HustlaBall. Was als Branchenparty für Escorts in New York begann, ist heute eine der größten Fetisch-Nächte Europas – mit einer Geschichte, die viel über Berlins Nachtleben nach der Wende erzählt.

Der Ursprung: eine Escort-Party in New York

Der erste HustlaBall fand am 25. März 1998 in der Hustler-Bar Stella's in New York statt. Zielgruppe waren Sexarbeiter, die sich damals auf der Plattform rentboy.com anboten – die Party diente vor allem dem Networking innerhalb der Szene, mit Tanzfläche und Shows als Beiwerk.

Wie das Konzept nach Berlin kam

2003 brachte der Berliner Veranstalter Sascha Müller-Bardone das Format nach Deutschland. Er hatte selbst zuvor Sexpartys organisiert, kannte das New Yorker Original nur vom Hörensagen und baute die Berliner Ausgabe komplett nach eigenen Vorstellungen auf. Aus der reinen Branchenparty für die US-Escort-Szene machte er eine Bühne für internationale Pornodarsteller – kombiniert mit Club, Fetisch und Show.

Der Erfolg übertraf die Erwartungen: Schon im ersten Jahr kamen rund 1.000 Gäste, bis 2011 wuchs die Zahl auf etwa 4.000. In einem Interview aus jenem Jahr brachte Müller-Bardone den Unterschied zur New Yorker Ausgabe auf den Punkt: Dort sei die Party „90 Prozent Business und 10 Prozent Spaß“, in Berlin habe sich das Verhältnis umgekehrt. Zur Bedeutung der Stadt für das Konzept sagte er: „Berlin hat immer vom Sex gelebt und wird immer vom Sex leben.“

Eine Produktion mit eigenem Preis

Seit 2009 vergibt der HustlaBall einen eigenen Award, bei dem Fachjury, Fachpresse und Publikumsabstimmung je zu einem Drittel über die Gewinner entscheiden – ungewöhnlich demokratisch für ein Format, das sonst stark von einzelnen großen Namen lebt. Der organisatorische Aufwand dahinter ist beträchtlich: Nach Angaben des Veranstalters braucht die Produktion rund zehn Monate Vorlauf, ein Team von etwa 140 Personen und ein Budget zwischen 60.000 und 80.000 Euro pro Ausgabe.

Vom Club-Abend zum Wochenende

Mit den Jahren wuchs der HustlaBall über eine einzelne Partynacht hinaus. Zum 20-jährigen Jubiläum 2018 wurde er als „Jungle Edition“ über ein ganzes Wochenende gefeiert, verteilt auf mehrere Berliner Locations – Hauptschauplatz war der KitKatClub in Mitte, ergänzt durch Ritter Butzke und die Galerie Newman. Solche Motto-Editionen mit wechselndem Bühnenbild sind seither fester Bestandteil des Konzepts.

Warum ausgerechnet der KitKatClub

Dass der HustlaBall seine Berliner Heimat vor allem im KitKatClub fand, ist kein Zufall. Der Club wurde 1994 von dem Tänzer Simon Thaur und seiner Partnerin Kirsten Krüger gegründet und gehört seither zu den prägenden Adressen der Berliner Fetisch- und Techno-Szene – bekannt dafür, Trance- und Technomusik mit einem offenen Umgang mit Sexualität auf der Tanzfläche zu verbinden. Eine Großveranstaltung wie den HustlaBall dort anzusiedeln, bedeutete für Müller-Bardone also nicht nur, einen großen Saal zu mieten, sondern an eine bereits bestehende Tradition anzuknüpfen – was den überdurchschnittlich schnellen Erfolg der Berliner Ausgabe zumindest teilweise erklärt.

Was den HustlaBall von anderen Fetisch-Events unterscheidet

Anders als etwa Folsom Europe, das als Straßenfest im Freien stattfindet und die gesamte Fetisch-Community der Stadt zusammenbringt, ist der HustlaBall eine geschlossene Club-Veranstaltung mit klarem Show- und Party-Charakter – näher an einer aufwendig produzierten Nacht mit Bühnenprogramm als an einem offenen Straßenfest. Wer zum ersten Mal hingeht, sollte einen Fetisch- oder Ledercode einplanen; die genauen Vorgaben variieren je nach Ausgabe und stehen jeweils in der aktuellen Ankündigung.

Für wen ist die Party?

Der HustlaBall richtet sich vor allem an schwule Männer mit Interesse an Fetisch- und Sexkultur, ist aber kein reiner Sexclub-Abend: Das Programm kombiniert mehrere Floors mit DJ-Sets, Live-Shows und Auftritten internationaler Gäste, ergänzt um die Preisverleihung des HustlaBall Awards. Wer eher eine klassische Clubnacht ohne expliziten Fetisch-Bezug sucht, ist bei anderen Berliner Locations besser aufgehoben – wer sich dagegen für die Verbindung aus Show, Sex-Positivität und Clubkultur interessiert, findet hier eines der aufwendigsten Formate seiner Art.

Praktisch: Wann und wo

Der HustlaBall findet traditionell im Herbst statt, meist im Oktober, mit wechselnden Berliner Locations. Da sich Termine und Veranstaltungsort von Jahr zu Jahr ändern können, lohnt sich vor der Anreise ein Blick auf die aktuelle Ankündigung der Veranstalter statt sich auf alte Termine zu verlassen.

Über zwei Jahrzehnte nach seiner ersten Berliner Ausgabe ist der HustlaBall damit weit mehr als eine einzelne Partynacht: Er ist ein Beispiel dafür, wie sich Berlins Ruf als Ort sexueller Freizügigkeit nach der Wiedervereinigung mit der internationalen Fetisch- und Pornoszene verband – und bis heute eines der aufwendigsten Formate dieser Art in Europa geblieben ist.

Häufige Fragen

Am 25. März 1998 in der Hustler-Bar Stella's in New York, ursprünglich als Networking-Party für Sexarbeiter, die sich auf rentboy.com anboten.
Seit 2003, initiiert vom Berliner Veranstalter Sascha Müller-Bardone, der das Konzept komplett neu für den europäischen Markt aufbaute.
Laut Veranstalter war die New Yorker Ausgabe „90 Prozent Business und 10 Prozent Spaß“, in Berlin kehrte sich dieses Verhältnis um – hier steht Show und Party klar im Vordergrund.
Ein seit 2009 vergebener Preis, bei dem Fachjury, Fachpresse und Publikumsabstimmung je zu einem Drittel über die Gewinner entscheiden.
Folsom Europe ist ein offenes Straßenfest für die gesamte Fetisch-Community, der HustlaBall dagegen eine geschlossene Club-Veranstaltung mit Bühnenprogramm und Award-Verleihung.
Vor allem für schwule Männer mit Interesse an Fetisch- und Sexkultur, die eine Kombination aus DJ-Sets, Live-Shows und Sex-positiver Clubatmosphäre suchen.
HustlaBall Fetisch-Party Berlin Event-Special Clubkultur Nightlife

Zuletzt geprüft: 2. September 2026

Das könnte dich auch interessieren